Teningen an der Elz

Teningen liegt am Rande der Vorbergzone des Schwarzwaldes. Ein Teil der Gemarkungsfläche erstreckt sich auch auf die Elzniederung sowie die Dreisamniederung in der Freiburger Bucht, aus der sich etwa 70 Meter hoch der Nimberg bei Nimburg erhebt.

Der geologische Untergrund der Vorbergzone wird von Buntsandstein oder Muschelkalk gebildet, diese sind mit mehr oder weniger mächtigen Lösspaketen überdeckt. Insbesondere im Übergangsbereich der Vorbergzone zur Elzniederung sind die Lössschichten besonders mächtig. Die Elz selbst bildet alluviale Kies- und Sand­ablagerungen, auf denen früher vor allem Wiesenwirtschaft betrieben wurde, heute sind diese Flächen vielfach für den Ackerbau umgebrochen. Unter Geologen bekannt ist die sog. „Landecker Verwerfung“ in Landeck, die oberhalb des Ortes direkt an der Straße sichtbar ist und ein vielfach besuchtes Exkursionsziel geologischer Lehrveranstaltungen darstellt.

Die Gemeinde Teningen besteht aus vier Ortsteilen: dem Kernort Teningen und den bis 31. Dezember 1974 selbständigen Orten Heimbach, Köndringen mit Landeck und Nimburg mit Bottingen.

Deninga wird erstmals 972 als Besitz des Klosters Einsiedeln erwähnt. Offenbar gehörte der Ort zu dem Breisgauer Gut, das König Otto I. schon 952 dem hochverräterischen Grafen Guntram entzogen und dem loyalen Kloster übereignet hatte. Wie bei Köndringen und Bottingen lässt auch hier die Endung „-ingen“ im Namen auf eine alemannische Gründung im 5./6. Jahrhundert schließen.

Im 11./12. Jahrhundert gehörte Teningen zu den Kernorten der gräflich nimburgischen Herrschaft. Um 1120 ist ein Ortsadel bezeugt, der sich außer an die Grafen auch an die Herzöge von Zähringen enger angeschlossen hatte. Anscheinend ging Teningen – wie Nimburg – nach 1250 als Straßburger Lehen an die Grafen von Freiburg über. In deren Auseinandersetzungen mit ihrer Stadt brannten 1306 Freiburger Bürger Teningen nieder.

1356 erscheinen die Markgrafen von Hachberg als Ortsherren. Von ihnen kam Teningen 1415 durch Kauf an die Markgrafen von Baden, in deren Territorialverband das Dorf seither verblieb und die zur Aufbewahrung der ihnen zustehenden Zehntabgaben die Zehntscheuer erbauten. Nach der Reformation 1556 hat sich die heutige evangelische Kirche Teningen als einzige von zwei mittelalterlichen Kirchen im Dorf erhalten.

Der Dreißigjährige Krieg und die folgenden Kriegszeiten des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts brachten – wie überall in der Region – für Bevölkerung und Wirtschaft einen schweren Rückschlag.

Im 18. Jahrhundert erlebte Teningen einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Hanfanbau, in dem es sich zu einem Hauptproduzenten entwickelte. Vom dadurch bewirkten Wohlstand der Gemeinde und einiger bäuerlicher Familien zeugen die sehenswerten Gebäude am Rathausplatz oder das Heimatmuseum Menton. Bei der Bildung des Großherzogtums Baden (1806) gehörte der Ort als altbadische Gemeinde zum Kernbestand des Oberamtes Emmendingen.

Die Bedeutung des Hanf- und des Tabakanbaus ließ Anfang des 20. Jahrhunderts mit der einsetzenden Industrialisierung nach. Schon 1771 hatte es in Teningen eine Hammerschmiede gegeben, aus der das Eisen- und Hammerwerk und die Maschinenfabrik hervorgingen. Teningen wurde zum Vorreiter der Industrialisierung im Kreis Emmendingen und ist heute die zweitgrößte Industriegemeinde im Landkreis. 1910 wurde die Aluminium GmbH gegründet, die als eine der ersten Fabriken in Deutschland Aluminiumfolie produzierte. 1932 kam die Frankfurter Kondensatorenfabrik FRAKO hinzu. Eine rasche Veränderung der Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als in der Gemeinde auch viele grundlegende Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt wurden, war die Folge.

Am 1. Januar 1975 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Heimbach, Köndringen und Nimburg eingemeindet.

 

Die Fotos wurden am 2021 aufgenommen.

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